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Arup sagt, dass Gebäude als Vermögensbanken für wiederverwendbare Materialien betrachtet werden sollten. Bild: Arjen Veldt Fotografie / Arup

Arup bringt ein „Mainstream“-Toolkit für kreisförmige Gebäude auf den Markt

Arup hat ein praktisches Toolkit auf den Markt gebracht, das entwickelt wurde, um eine Kreislaufwirtschaft für Gebäude in den Mainstream zu bringen und zukunftssichere Vermögenswerte zu schaffen, während Nachhaltigkeitsrichtlinien die Immobilienlandschaft neu gestalten.

Der Bausektor ist ein bedeutender Verbraucher natürlicher Ressourcen und ist derzeit für fast 50 % des Rohstoffverbrauchs und etwa 40 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich.

Bisher konzentrierte sich die Baubranche fast ausschließlich auf Energieeffizienz, aber die Energiewende ist nur ein Teil der Herausforderung, vor der sie steht.

Da fast die Hälfte der weltweiten Treibhausgasemissionen aus verkörpertem Kohlenstoff stammen, der durch die Produktions- und Betriebsprozesse emittiert wird, brauchen wir eine Kreislaufwirtschaft, die darauf ausgelegt ist, Abfall und Umweltverschmutzung zu beseitigen, Produkte und Materialien zu zirkulieren und die Natur zu regenerieren, um zur Bekämpfung des Klimawandels beizutragen.

Weg vom aktuellen linearen Verbrauchsmodell „Take, Make, Waste“, Arup Toolkit für kreisförmige Gebäude ist bestrebt, Abfall zu minimieren, indem Produkte und Materialien länger verwendet werden – von Beginn des Designprozesses an. Ausgerichtet an branchenüblichen Planungsmethoden wie dem RIBA-Arbeitsplan kann es Eigentümern, Investoren und Bauträgern helfen, ihre Portfolios auf den Zustrom von Nachhaltigkeitsvorschriften vorzubereiten und das Risiko potenzieller Abschreibungen zu begrenzen.

Eva Hinkers, Group Board Sustainable Development Director bei Arup, sagte: „Kreislauforientierte Ansätze ermöglichen es uns, das Gebäude als Anlagebank neu zu denken, sodass Materialien wiederverwendet und länger genutzt werden können. Wir hoffen, dass dieses Toolkit der Branche dabei hilft, über Roadmaps und Blaupausen hinauszugehen und die Kreislaufwirtschaft Wirklichkeit werden zu lassen.“

Das Toolkit wurde bereits von Arup und verwendet Futur2K während des Entwurfs und Baus eines Prototyps für ein neues zirkuläres Gebäudesystem namens ADPT in Essen, Deutschland, das im Mai vorgestellt werden soll. Beispiele wie Futur2K zeigen, wie das Toolkit der Industrie dabei helfen kann, von einem zirkulären Ansatz auf Komponentenbasis zu einem integrierten Ansatz überzugehen und neue Wirtschaftsmodelle zu erschließen, die die gesamte Wertschöpfungskette von Gebäuden ansprechen.

Für das Essener Projekt verwendeten die Designer das Toolkit, um Lektionen über Flexibilität und Vielseitigkeit einzubetten, indem sie ein System von Holzeinheiten schufen, die so gebaut sind, dass sie sich an viele Verwendungszwecke anpassen. Jedes Modul kann so konfiguriert werden, dass es eine Reihe von Zwecken erfüllt, von Gewerbe bis Wohnen, mit flexiblen Grundrissen, die es ermöglichen, auf aktuelle und zukünftige Anforderungen zu reagieren. Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesem Projekt fließen wiederum in das ständig aktualisierte Live-Toolkit ein. Diese neue Ressource wird als globale Wissensdatenbank fungieren – praktisch als Open-Sourcing-Best-Practice – und praktische Erkenntnisse aus den neuesten Kreislaufprojekten auf der ganzen Welt präsentieren.

Arup arbeitet mit der Ellen MacArthur Foundation in einer langfristigen Partnerschaft zusammen, die sich darauf konzentriert, die Kreislaufwirtschaft in der gesamten bebauten Umwelt Wirklichkeit werden zu lassen. Arup stand auch hinter praktischen Demonstrationen der Kreislaufwirtschaft, vom Circular Building-Projekt, das 2016 im Rahmen des London Design Festival gestartet wurde, bis hin zu einem neuen Circular Building in Essen, das im Mai 2022 eröffnet werden soll.

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