Bosch EV-Ladekabel
Ein neues, flexibles Ladekabel wurde auf der IAA Mobility Conference vorgestellt, bei der Elektrofahrzeuge im Mittelpunkt standen

In Boschs EV, fahrerlose Sicht

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Karl Tomusk

Das Ingenieurbüro erwartet, dass sich der Elektromobilitätsumsatz bis 2025 verfünffachen und zu einer seiner Kernbranchen wird, teilte das Unternehmen auf der IAA Mobility in München mit.

Bosch hat in diesem Jahr allein mit der Elektromobilität einen Umsatz von mehr als 1 Milliarde Euro erwirtschaftet und sich auf Wachstum eingestellt, um den voraussichtlich boomenden Markt zu erschließen.

Stefan Hartung, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Mobility Solutions, sagte: „Wir bereiten uns auf die weltweit steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen vor. Weltweit gehen wir davon aus, dass im Jahr 60 2035 % aller neu zugelassenen Fahrzeuge elektrisch sein werden.“

Neben Innovationen für Elektrofahrzeuge, E-Bikes und automatisierte Fahrzeuge plant das Unternehmen, Investitionen in alle Arten von kohlenstoffarmen Transportoptionen zu konzentrieren.

Volkmar Denner, Vorstandsvorsitzender von Bosch: „Elektromobilität wird für uns und CO . zum Kerngeschäft2-freie Mobilität ein Wachstumsbereich. Wir verwandeln Herausforderungen in Chancen. So machen wir das bei Bosch.“

„Technologieneutraler Ansatz“

Denner sagte, der Fokus des Unternehmens sei es, Lösungen für alle Transportarten anzubieten, mit dem Ziel, diese klimafreundlich und bezahlbar zu machen, um die EU-Ziele zu erreichen. Zu diesen Zielen gehört die Umstellung auf 100 % emissionsfreie Autos bis 2035.

Das Unternehmen entwickelt sowohl batteriebetriebene Autoteile als auch Brennstoffzellen für den Antrieb größerer Fahrzeuge. In China hat sich Bosch kürzlich mit Qingling Motors zusammengetan, um wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen für chinesische Fahrzeuge zu entwickeln. Hartung sagte damals: „Gerade bei großen, schweren Fahrzeugen mit langen Strecken bietet die Brennstoffzelle klare Vorteile gegenüber dem batterieelektrischen Antrieb.“

In China startete in diesem Jahr eine Testflotte von 70 Lkw, und Bosch rechnet mit einer Markteinführung seines Brennstoffzellensystems bis 2022/2023.

Auf der Konferenz stellte Bosch außerdem ein neues Ladekabel für Elektrofahrzeuge vor, das sowohl mit Ladestationen als auch mit Haushaltssteckern kompatibel ist, eine kabelgebundene Steuerbox überflüssig macht und 40 % leichter macht.

Automatisierung des Fahrens

Mit 5,000 Ingenieuren, die bei Bosch am automatisierten Fahren arbeiten, erwartet das Unternehmen, dass selbstfahrende Autos in nicht allzu ferner Zukunft Realität werden.

In Deutschland und den USA laufen Versuche zum automatisierten Parkservice. Bosch arbeitet mit Mercedes-Benz zusammen und stattet die S-Klasse des Herstellers mit Technik für die Parkhausbefahrung aus. Die Parkhäuser – bis 1,000 insgesamt 2025 – sind mit Videokameras ausgestattet, damit das Auto selbstständig zu einem reservierten Parkplatz fahren kann.

Anbindung an Smart Buildings

Fahrzeuge, glaubt Bosch, werden immer mehr zu „Internetknoten“. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Software zur Verbesserung der Konnektivität von Elektrofahrzeugen konzentriert. Dazu gehören in einigen Mercedes-Fahrzeugen eingebaute Sprachbefehle, über die sich der Fahrer mit Smart-Home-Geräten verbinden, Licht ein- und ausschalten, Jalousien öffnen und die Heizung zu Hause steuern kann.

Hartung sagte: „Bei Bosch geht es nicht nur um Autos, sondern kennt sich auch im Werks- und Wohnumfeld aus. Wie kein anderes Unternehmen können wir unterschiedliche Domains miteinander verbinden.“

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